Achtung, Hausbesuch!

Jeder freut sich, wenn es an der Tür klingelt. Doch manchmal sollte die Wohnungstür verschlossen bleiben. Besonders dann, wenn man die Person nicht kennt.

Der Mann sah richtig sympathisch aus“, sagt Claudia Kien. „Flüchtig zeigte er sogar eine Art Ausweis und stellte sich als Polizist vor, der mir nur ein paar Routinefragen stellen wolle.“ Als sie auf seine Bitte hin ein paar Papiere in ihrem Sekretär suchte, nutzte der falsche Beamte die Gelegenheit, um ihre Münzsammlung und Bargeld zu stehlen.

Leider ist das kein Einzelfall, denn zurzeit sind falsche Polizisten bei den Ganoven in Mode. Allein in Niedersachsen spricht das Landeskriminalamt von 215 Delikten im Jahr 2015. Besonders Senioren sind nach Aussagen der LKA-Sprecherin Stephanie Weiß gefährdet.

 

In aller Ruhe Ausweise prüfen

Auch am Telefon geben sich Betrüger als Polizisten aus und versuchen so, an Konto-Zugangsdaten der Opfer zu kommen. Und wie schützt man sich? Niemand sollte vermeintlichen Polizisten so ohne Weiteres eine größere Summe Bargeld oder Kontodaten aushändigen, raten die echten Beamten. In jedem Fall sollte man sich den Dienstausweis zeigen lassen und ihn in aller Ruhe prüfen. Auch sollte man die vermeintlichen Beamten niemals unbeaufsichtigt in die Wohnung lassen. Zur Sicherheit empfehlen die echten Ermittler, im Zweifelsfall immer die 110 zu wählen und sich den Besuch des Beamten bestätigen zu lassen.

 

Auch bei anderem unbekannten Besuch an der Haustür ist Vorsicht geboten. Immer noch versuchen obskure Vertreter und Spendensammler an das Geld oder die Daten ihrer Opfer zu kommen. Meist werden „einmalige Angebote“ angepriesen oder die Mitleidstour versucht. Sicher geht, wer keinerlei Verträge an der Haustür abschließt. Auch bei angeblichen Spendenlisten sollte man sich zurückhalten. Besser ist es, sich einen Flyer geben zu lassen und in aller Ruhe zu überlegen, ob und wie viel man spenden möchte. Gern lassen sich Betrüger ein Menge Fragen beantworten, um dann zum Schluss nach der Kontoverbindung zu fragen. Schnell fühlt man sich dann genötigt, auch noch diese „letzte Information“ herauszugeben. Hier hilft nur ein klares „Nein“. Oft klingeln auch Mädchen oder junge Frauen an der Haustür und bitten um Wasser. Sollten einem die Personen seltsam vorkommen, am besten gar nicht öffnen. Niemals aber Fremde in die Wohnung lassen und die Tür immer schließen, wenn man etwas holt. Auch auf den „Enkeltrick“ fallen immer noch ältere Nachbarn herein. Dabei geben sich Betrüger als in Not geratene Verwandte aus, die dringend Geld bräuchten. Auch wenn die Geschichten noch so dramatisch sind, im Zweifelsfall immer die Polizei über die Notrufnummer 110 alarmieren. Dort nimmt es niemand übel, wenn es sich doch mal um ein Missverständnis handeln sollte.

 

3 goldene Regeln an der Haustür

1. Niemand Unbekannten hereinlassen

2. Ausweise kontrollieren und bei den angeblichen Auftrag­gebern nachfragen

3. Keine Verträge, Spendenlisten etc. an der Haustür unterschreiben

 

 

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